Damit das neue Haus auch ein Zuhause wird. Was Sie beim Immobilienkauf unbedingt beachten sollten.

  • Carsten Klesatschek | 05. Juni 2020

Damit das neue Haus auch ein Zuhause wird. Was Sie beim Immobilienkauf unbedingt beachten sollten.

Die neue Immobilie soll nicht nur Anlageobjekt, sondern auch ein Zuhause werden, in dem Sie sich so richtig heimisch fühlen? Dann muss bei der Besichtigung auf jeden Fall beides mit dabei sein: ein ganz klarer Kopf und richtig viel Gefühl.

Denn von A wie Anschlüsse bis Z wie Zentralheizung gibt es viele, viele Kleinigkeiten zu beachten. Das Bauchgefühl aber sagt ihnen, ob das Objekt auch Heimatqualitäten hat. Im folgenden eine kleine Liste für Ihre Besichtigungstour - mit Kleinigkeiten, die leider allzu häufig vergessen werden.

Was für ein Einrichtungstyp sind Sie?

Manche umgeben sich gerne mit vielen Kissen, warmen Farben und alten verschörkelten Möbeln, für andere muss alles hell und rechtwinklig sein. Ob Sie der Landhaustyp sind oder Designliebhaber oder eine klassisch moderne Einrichtung bevorzugen, das sollte auch Ihre Immobilienentscheidung mitbeeinflussen.

Ein verwinkelter Altbaugrundriss, Stuck und Wandvertäfelung – was perfekt ist, um mit wenigen Elementen eine rustikale Atmosphäre zu inszenieren, verträgt sich mit Klarheit und Übersicht meist weniger gut. Und alle, die es sowieso eher klassisch modern mögen, konzentrieren sich besser gleich auf Neubauten oder Immobilien im Bauhausstil. Rechteckig, geräumig, praktisch. Große Fenster inklusive. Zum Beispiel.

Passt der Grundriss?

Was man spontan schön findet, kann im Nachhinein ganz schön unpraktisch sein. Dann z. B. wenn man wirklich gerne Gäste einlädt, aber in der neuen Wohnung nur Platz ist für entweder Couch oder lange Tafel. Deshalb lohnt es sich, schon vor der ersten Besichtigung einmal den eigenen Lebensstil zu reflektieren:  Leidenschaftliche Gastgeber z. B. brauchen in der Regel eine große Küche und einen großen Essraum. Manche bevorzugen dabei eine offene Küche. Zur Zeit geht der Trend aber schon wieder zu geschlossenen Küchen. Weil man, gerade wenn man gerne und viel kocht, das Wohnzimmer vielleicht lieber geruchsfrei genießt. Eine große geschlossene Küche wiederum hat den Vorteil, dass sie wieder ein ganz eigener Wohnraum werden kann. Wie früher – zu Urgroßmutters Zeiten mit Küchensofa vielleicht. Perfekt auch für ein Revival der beliebten Küchenparty. Sie essen eigentlich hauptsächlich auswärts? Dann raten wir zu einer kleinen Küche. Dafür ist vielleicht ein großes Badezimmer interessant. Das lässt sich ganz leicht zu einem kleinen Wellnessbereich ausbauen. Natürlich spielen auch Kinder eine Rolle. Kleine Kinder brauchen eher einen großen Raum zum Toben und Spielen, im Alter des Chillens, Lesens und Gamings aber reichen kleine Zimmer. Die meiste Zeit wird sowieso auf dem Bett verbracht. 

Aber denken Sie auch ruhig mal zwei Jahrzehnte in die Zukunft: die Kinder sind ausgezogen. Ist das neue Zuhause auch barrierefrei?

Lichtverhältnisse – Morgensonne oder Abendsonne?

Nord, Ost, Süd, West - wie ist die Ausrichtung der Wohnung? Wann und wie scheint das Licht in die zentralen Räume. Bedenken Sie: Morgensonne genießen Sie im Schlafzimmer nur als Frühaufsteher. Von der Abendsonne haben Sie nicht viel, wenn Sie regelmäßig bis in die Abendstunden arbeiten. Es lohnt sich zu überlegen: Wann bin ich eigentlich zu Hause. Wochentags und am Wochenende. Eine Nordausrichtung übrigens ist bei großen unverstellten Fenstern trotzdem hell und gleichzeitig blendfrei. Auch wichtig: Wie sieht es aus mit Bäumen vor dem Fenster. Ein Baum verändert dann jahreszeitbedingt auch die Lichtverhältnisse. Im Sommer Schatten und im Winter hell. 

Scheuerleisten, Türbeschläge, Schalter, Steckdosen, Türzarge.

Die kleinen Stars im großen Ensemble. Man schaut nicht gezielt hin und doch verbreiten sie Atmosphäre – vor allem in der Gruppe. Verschörkelt, aus Messing oder schlicht. Bündige Verarbeitung von Scheuerleisten und Türzargen ist besonders attraktiv. Schön, wenn auch die Ecken schon einen einladenden Eindruck abgeben. Umrüsten oder Nachrüsten kann schnell die Kosten in die Höhe schnellen lassen.

Licht und Verkabelung.

Die Zukunft ist smart. Vielleicht wollen wir unsere Glühbirnen in Zukunft per Sprachbefehl steuern. Oder die Lampe im Wohnzimmer soll an die Türglocke gekoppelt werden. Dafür müssen die Leitungswege passen. Standard z. B. ist eine 3-adrige Verkabelung. Die reicht aber nicht aus, um LEDs vernünftig zu dimmen. Achten Sie unbedingt auf eine 5-adrige Verkabelung. Die Nachrüstung kann schnell sehr teuer werden.

Bäder und Wasseranschlüsse.

Im Bad gibt es ein paar Leitlinien zu beachten: die Toilette möchte man beim Betreten eigentlich nicht sehen. Gut wenn sich zumindest eine Wand einziehen lässt. Und dann: sind Sie eher der Dusch- oder der Wannentyp. Sie duschen lieber? Dann empfiehlt sich vielleicht eine deutlich größere Dusche – es gibt auch Ausführungen für zwei Personen. Außerdem wichtig: ist genug Licht im Bad verfügbar? Lässt sich Tageslicht vielleicht wenigstens simulieren. Mindestens zwei Lichtquellen sollte es geben (eine davon über dem Waschbecken) – darauf sollten Sie achten.

Neue Wohnung, alte Möbel: passt das?

Das Erbstück und der Lieblingsschrank – passen die in die neue Wohnung? Zu klein, zu groß, zu wuchtig? Und wie ist es mit dem Stil? Am besten Mal einen Plan skizzieren und die Möbel darauf probestellen. Dann haben Sie auch schon eine Idee, wo Sie vielleicht etwas ergänzen müssen. 

Übrigens: auch bedenkenswert ist, wie bekommen Sie Ihre Möbel überhaupt in die neue Wohnung? Sind Treppe und Türen breit genug? Oder muss ein Fassadenlift geordert werden.

Wo hängen die Bilder?

Eine Familiengalerie oder Kunst – die Wandgestaltung hat eine enorme Wirkung auf Sie und Ihre Gäste. Und dann gibt es auch viel Praktisches zu bedenken: Entscheiden Sie sich für eine Bilderschiene oder einfach den klassischen Nagel. Wenn Sie Kunst hängen, wie wollen Sie diese dann beleuchten. Gibt es die passenden Anschlüsse. Wie groß ist der Rahmen und was macht er mit dem Raum. Die Wirkung der Rahmen ist nicht zu unterschätzen. Das Format verändert die Raumwirkung und ein schwarzer Rahmen z. B. schluckt Licht.

Der Eingangsbereich – ein herzliches Willkommen für Sie und Ihre Gäste.

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck, heißt es. Dem Eingangsbereich wird beim Wohnungskauf häufig wenig Aufmerksamkeit geschenkt – unverdient, finden wir. Sie haben häufig Gäste? Dann empfehlen wir einen großzügig geschnittenen Eingangsbereich. Er bietet Ihnen die Möglichkeit, die Empfangssituation einladend zu gestalten – mit einem Center Piece zum Beispiel. Ein schöner Tisch mit frischen Blumen vielleicht. Spiegel sind wichtig – für einen letzten oder ersten prüfenden Blick und selbstverständlich die Raumwirkung. Und natürlich: Licht, Licht, Licht. Blendfreies LIcht, Kristalllüster, unterschiedliche Lichtszenarien – da gibt es viele Möglichkeiten. Außerdem empfehlenswert: Werfen Sie einen Blick auf den potentiellen Garderobenplatz, ist er geräumig genug? Ideale Lösung für die Garderobe ist ein kleiner Hauswirtschaftraum, in dem sich dann alles sauber und sicher versteckt. 

Ich hoffe, meine Tipps helfen Ihnen bei Ihren Plänen! Wenn Ihnen mein Blog gefällt, dann schauen Sie unbedingt nächsten Monat wieder rein. 



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